Camille Saint-Saëns: Nuit Persane & Hélène – Galaconcert
Inszenatoren
- Musikalische Einstudierung: G. Tourniaire
- Musikalische Leitung: TBA
Anlässlich des Vorsitzes Frankreichs in der Europäischen Union
Der französische Komponist Camille Saint-Saëns, ein ungemein gebildeter und produktiver Künstler, hat auch als Pianist, Organist, Schriftsteller und Musikorganisator gewirkt. In seinem kompositorischen Schaffen widmete er sich vor allem der Instrumentalmusik, in der er sich nach seinen eigenen Worten äußerst frei fühlte. Trotz dieser Neigung befinden sich in seinem ?uvre auch mehrere musikdramatische Werke, im Repertoire ist jedoch nur die erste seiner 14 Opern geblieben, Samson et Dalila. Seine letzten drei Opern hat er zur Uraufführung an die Oper in Monte Carlo vergeben: Hélène (18. 2. 1904), L’Ancêtre (Die Ahne, 24. 2. 1906) und Déjanire (14. 3. 1911).
Den Einakter Hélène hat der Komponist als „poème lyrique“ bezeichnet. Das Libretto stammt von ihm selbst und schöpft aus der Sage über Helena aus Sparta. Saint-Saëns, der, wie auch viele andere, der Trivialisierung der antiken Welt in Offenbachs Operette La belle Hélène kritisch gegenüberstand, nahm die leidenschaftliche Liebe zwischen Hélène und Paris ernst. Die Oper ist für vier Solisten bestimmt: zwei Soprane (Hélène und Vénus), Alt (Pallas Athéne) und Tenor (Paris). Die Göttin Vénus versucht Hélène zu überreden, Menelaos wegen Paris zu verlassen, Athéne hingegen warnt sie davor, Sparta zu verlassen und nach Troja zu fliehen, da sie dadurch eine Katastrophe herbeiführen werde. Hélène hat, wie bekannt, nach dem Rat der Göttin Vénus gehandelt.
Die Titelrolle schrieb Saint-Saëns für die legendäre australische Sopranistin Nellie Melba (1861–1931), die damals zu den Stars der Oper in Monte Carlo gehörte. Sie hat die Hélène bei der Uraufführung am 18. 2. 1904 unter der Leitung des Komponisten gesungen; das zweite aufgeführte Werk an diesem Abend war der Einakter von Jules Massenet La Navarraise (Das Mädchen von Navarra). Saint-Saëns dirigierte seine Oper im selben Jahr im Mai an der Covent Garden Opera in London, im November in Mailand und am 18. 1. 1905 an der Pariser Opéra-Comique. Dann ist sie jedoch für lange Zeit in der Versenkung der Operngeschichte verschwunden.
Erst vor kurzem hat die Geschäftsführerin der Melba Foundation, Maria Vandamme, im Archiv der Oper von Monte Carlo (in dem sie Dokumente über das Wirken von Nellie Melba gesucht hat), die Partitur der Hélène gefunden. Im Oktober 2007 wurde das Werk von der australischen Firma Melba Recordings unter der Leitung des französischen Dirigenten Guillaume Tourniaire aufgenommen.
Ein der Oper Hélène ähnliches Schicksal ist auch dem zweiten Werk dieses Konzerts widerfahren, dem Liederzyklus Nuit Persane (Persische Nächte). Saint-Saëns hat mehr als 120 Lieder bzw. Liederzyklen komponiert. In den Jahren 1870–1871 ist der Zyklus für Gesang und Klavier Mélodies Persanes (Persische Melodien) op. 26 nach dem Text von Armand Renaud (1836–1895) entstanden. Die exotisch wirkenden Melodien haben Gefallen gefunden und zwanzig Jahre später hat sie der Komponist für zwei Solisten, Rezitator, Chor und Orchester bearbeitet, wobei er den Zyklus um neue Lieder ergänzt, die Reihenfolge geändert und dem Werk einen neuen Titel, Nuit Persane, gegeben. Während die ursprüngliche Fassung, Mélodies Persanes, vom französischen Bariton François le Roux und dem Pianisten Graham Johnson auf CD (Hyperion 2005) aufgenommen worden ist, ist die instrumentale Fassung, genauso wie die Oper Hélène, in Vergessenheit geraten.
Für die Staatsoper Prag war dies eine Gelegenheit, gerade im Jahre des 120. Jubiläums der Eröffnung ihres Gebäudes ihre Verbindung mit den innovativen, progressiven Tendenzen des ehemaligen Neuen deutschen Theaters zu manifestieren. Obwohl die Theater in Australien und in Frankreich selbstverständlich ihr Interesse an einer neuzeitlichen Premiere von Hélène bekundet haben, findet sie dank dem jetzigen Chefdirigenten der Staatsoper Prag, Guillaume Tourniaire, in diesem Gebäude statt.
Die Galakonzerte finden unter der Schirmherrschaft von Sr. Exzellenz Charles Fries, Botschafter der Französischen Republik statt.
Programm
- Nuit Persane (Persische Nächte)
- Liederzyklus nach dem Text von Armand Renaud für Mezzosopran, Tenor, Rezitator, Chor und Orchester
- Hélène
- Oper in 1 Akt für Soli, Chor und Orchester
- Konzertante Aufführung
- Neuzeitliche Premiere
- Solisten, Chor und Orchester der Staatsoper Prag

Die Partners der Vorstellung
společnost ČEZ a. s.
-
7. 02. 2012 um 11:00
C. M. von Weber, G. Mahler: Die drei Pintos
Weitere Informationen -
7. 02. 2012 um 19:00
P. I. Tschaikowsky: Schwanensee
Weitere Informationen -
8. 02. 2012 um 19:00
G. Verdi: Il Trovatore
Weitere Informationen




