Francis Poulenc: La Voix humaine & Les Mamelles de Tirésias
Inszenatoren
- Musikalische Einstudierung: G. Tourniaire
- Regie: P. L. Pizzi
- Bühnenbild: P. L. Pizzi
- Kostüme: P. L. Pizzi
- Chorleitung: A. Melichar
Besetzung
- Eine junge Frau (La Voix humaine): K. Dobay
- Thérèse, die Wahrsagerin (Les Mamelles de Tirésias): E. Rossi
- Der Ehemann (Les Mamelles de Tirésias): P. Do
- Lacouf, Der Journalist, Der Sohn, Eine dicke Frau (Les Mamelles de Tirésias): T. Morris
- Der Theaterdirektor, Der Polizist (Les Mamelles de Tirésias): J. Hájek
- Presto (Les Mamelles de Tirésias): M. Cavalcanti
- Der Zeitungsverkäufer, Eine elegante Dame (Les Mamelles de Tirésias): E. Jarkovská
In Koproduktion mit dem Opernfestival in Macerata, Italien
In der großartigen Parodie Les Mamelles de Tirésias (Die Brüste des Tirésias) nach dem Text von Guillaume Apollinaire schuf Francis Poulenc den Prototyp einer »surrealistischen Oper«. Die Feministin Thérese ist ihrer unterordneter Rolle als Hausfrau satt, sie wirft ihre Brüste ab und verändert sich in einen Mann, Tirésias. Sie verläßt ihren Mann, der ihre Frauenrolle übernehmen muß. Während die Frauen sich dem General Tirésias anschließen haben, um für ihre Emanzipation zu kämpfen, gibt der Ehemann kund, daß alle Jungesellen ab jetzt verpflichtet seien, Kinder zu zeugen. Er allein könne in einem Tag 40.000 Kinder gebären! Doch wie soll er sie ernähren? Zum Glück wird Tirésias/Thérese bald des Lebens ohne Liebe müde und alles wird wieder normal. Die Uraufführung der Oper fand am 3. 6. 1947 an der Pariser Opéra comique statt.
Die lyrische Tragödie in einem Akt La voix humaine (Die menschliche Stimme) steht am Höhepunkt der langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Komponisten Francis Poulenc und dem Dichter Jean Cocteau. In seinem Monodrama aus dem Jahre 1930, das u. a. Roberto Rossellini zu seinem Film La voce umana mit Anna Magnani in der Hauptrolle inspiriert hat, konzentrierte sich Cocteau auf das Phänomen der »entpersönlichten Kommunikation«. Der »dialogische« Monolog einer Frau, die zum letzten Mal versucht, einen Kontakt mit ihrem Geliebten durch das Telephon herzustellen, wird in der Vertonung von Poulenc eine suggestive psychologische Studie und ein virtuoses Stück für eine Sängerin. Die Uraufführung fand am 6. 2. 1959 an der Pariser Opéra comique in der Regie und Bühnenausstattung von Jean Cocteau statt.
Die Inzenierung der Oper Die Brüste des Tirésias ist als Koproduktion der Staatsoper Prag mit dem Opernfestival in Macerata enstanden. Ihre Premiere fand am 15. und 17. 7. 2005 mit italienischen und französischen Solisten, dem Orchester und Chor der Staatsoper Prag am Teatro Lauro Rossi statt und hat beim Publikum und der Fachkritik großen Widerhall gefunden.
Die Oper Die Brüste des Tirésias findet als tschechische Erstaufführung statt.
Premiere: 22. 2. 2007
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