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Premieren

Oper

C. M. von Weber, G. Mahler: Die drei Pintos

Premiere: 12. Januar 2012

Životní osudy zakladatele německé romantické opery Carla Marii von Webera byly do značné míry spjaty s českými zeměmi. V letech 1813 – 1816 působil jako kapelník v pražském Stavovském divadle, zamiloval se tu do herečky a zpěvačky Caroliny Brandtové, s níž se v roce 1817 v pražském kostele sv. Jindřicha oženil. Do Čech zasadil i děj své nejslavnější opery Čarostřelec.

Poslední operu Tři Pintové na libreto Theodora Hella stačil pouze rozpracovat. Dokončení se na přání skladatelova vnuka Carla ujal v roce 1877 Gustav Mahler. Doplnil hudbu z jiných Weberových prací a přidal vlastní, založenou na Weberových tématech. Mahler dirigoval světovou premiéru opery 20. 1. 1888 v Lipsku a o sedm měsíců později, 18. srpna téhož roku, ji uvedl v Novém německém divadle (dnes Státní opera Praha).

Zápletka opery využívá oblíbené záměny osob, v tomto případě dokonce trojí: za bohatého neotesaného statkáře Dona Pinta se postupně vydávají dva mladíci, Don Gaston a Gomez. Úspěšně překazí Pintovy námluvy u krásné Dony Clarissy, která miluje Gomeze. Že opera skončí happy endem, netřeba dodávat.

Předpremiéra 22. 12. 2011 se koná v roce stého výročí úmrtí Gustava Mahlera.

P. Mascagni, R. Leoncavallo: Cavalleria rusticana, I pagliacci

Premiere: 14. Juni 2012

Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni (1863 – 1945), der Operneinakter aus dem Milieu eines sizilianischen Dorfes, gilt als grundlegendes Werk des italienischen Verismo; auf der Bühne erschienen zeitgenössische Menschen einer niedrigen sozialen Schicht. Die Uraufführung am 17. 5 1890 am Teatro Costanzi in Rom war für Mascagni ein großer Erfolg und Cavalleria rusticana wurde bald von vielen Theatern gespielt. Der damals noch kaum bekannte Ruggiero Leoncavallo (1857 – 1919) komponierte kurz danach I pagliacci, einen Einakter in dem selben Stil und auch dessen Uraufführung am 21. 5 1892 am Teatro dal Verme in Mailand fand großen Beifall. Das Thema beider Werke ist eine leidenschaftliche Liebe und ungezügelte, zum Tod führende Eifersucht. In Cavalleria rusticana will die leichtsinnige Lola auf ihren ehemaligen Liebhaber Turiddu, den Verlobten von Santuzza, nicht verzichten. Der Ehemann Lolas, Alfio, tötet Turiddu im Zweikampf. Tragisch endet auch der Einakter I pagliacci, eine Geschichte des alternden Komödianten Canio, der die Untreue seiner Frau Nedda entdeckt und sie sowie seinen Rivalen tötet. Kein Wunder, dass beide Werke bald zusammen an einem Abend aufgeführt wurden – zum ersten Mal im Jahre 1893 am Teatro Costanzi in Rom –, obwohl jedes von ihnen manchmal auch mit anderen Werken, oft auf bizarre Weise, kombiniert waren. Die Aufnahme der Arie des Canio Vesti la giubba (Hüll’ dich in Tand nur) von Enrico Caruso war die erste Schallplatte der Welt, von der über eine Million Exemplare verkauft wurde. Beide Opern spielen auch in der Geschichte des technischen Fortschritts eine Rolle: Am 13. 1 1910 erfolgte die erste Rundfunkübertragung einer Oper überhaupt aus der Metropolitan Opera in New York; die Santuzza sang Emmy Destin, den Canio Enrico Caruso.

Beide Opern haben auch das Interesse der Direktoren beider Prager Theater, des Nationaltheaters und des Neuen deutschen Theaters (heute Staatsoper Prag), erweckt. Nach einer Übereinkunft zwischen beiden Theatern gebührte der Vorrang für italienische Werke dem Nationaltheater, doch hat der Direktor der deutschen Bühne eine Ausnahme erwirkt, sodass Cavalleria rusticana bereits am 18. 4 1891 ihre Prager Premiere an seinem Haus hatte. I pagliacci folgte am 16. 4 1893. Die übliche Kombination beider Einakter realisierte Neumann zum ersten Mal am 14. 5 1893; am 6. 1 1925 dirigierte einer der Komponisten, Pietro Mascagni, die beiden Opern persönlich. In der Ära des Smetana Theaters wurde nur eine Produktion herausgebracht; I pagliacci hatte am 7. 2 1965 Premiere, am 5. 3 1966 folgte Cavalleria rusticana, die dann mit I pagliacci gemeinsam gespielt wurde.

Ballett

P. Malásek: Le Fantom de l’Opera

Erneute Premiere: 13. Oktober 2011

Eine tänzerische Horror – Lovestory

Aus den dunklen Winkeln der Pariser Oper ertönt eine Stimme, die die junge Balletttänzerin Christine Daaé ruft und ihr außergewöhnliches Talent unterstützt. Nur wenige wissen, dass jene geheimnisvolle Stimme dem Phantom, einem entstellten Genie gehört, das im Labyrinth von Katakomben herumirrt... Das Ballettensemble kommt mit einem weiteren Leckerbissen, einer romantischen Geschichte nach Motiven des Romans von Gaston Leroux Le Fantôme de l’Opéra. An der Spitze des Realisierungsteams steht Libor Vaculík, der dieses aufregende, auch aus der Musical – Version von Andrew Lloyd Webber bekannte Thema in die spezifische Ballettumgebung versetzt hat. Die tänzerisch – schauspielerischen Parts von Raoul, Christine, Phantom und weiteren Helden stellen eine weitere anspruchsvolle Probe für die Solisten und das ganze Ensemble dar. Der attraktive Stoff in der musikalischen Bearbeitung von Petr Malásek und in der Choreografie von Libor Vaculík hat alle Voraussetzungen, um sowohl einheimische als auch ausländische Zuschauer anzusprechen und sich unter die erfolgreichen Titeln der vorigen Jahre (Die Kameliendame und Ein Sommernachtstraum) einzureihen. Die Premiere dieser Produktion der Staatsoper Prag, die jetzt als Wiederaufnahme zurückkehrt, hat am 10.–4. 2008 stattgefunden.

L. Minkus: Don Quijote

Premiere: 16. Februar 2012

Der Roman El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha des spanischen Nationaldichters Miguel de Cervantes hat zahlreiche Werke der Literatur, der Musik, des Theaters, der bildenden Kunst und des Films inspiriert. Was das Musiktheater betrifft, haben verschiedene Episoden des Romans mehr als 50 Komponisten ein Sujet zur Vertonung geliefert, von Francesco Conti (Wien 1719) und Antonio Caldara (Wien 1727) über Giovanni Paisiello (Neapel 1769), Wilhelm Kienzl (Berlin 1898) bis zu Jules Massenet (Monte Carlo 1910), Richard Heuberger (Wien 1910) und Stanislav Moniuszko (Warschau 1923). Auch im Ballett ist ein Don Quijote-Thema zum ersten Mal in Wien behandelt worden, und zwar 1740 als Werk des Ballettmeisters Franz Hilverding; im Jahre 1768 hat der Ballettreformator Jean-Georges Noverre dieses Sujet mit der Musik von Joseph Starzer choreographiert.

Das bekannte klassische Ballett Don Quijote des in Wien geborenen Komponisten, Dirigenten und Violinisten Ludwig Minkus nach den Motiven des Romans von Cervantes handelt vor allem von der Liebesgeschichte zwischen Kitri und Basil. Das Werk wurde am 26. 12. 1869 am Großen Theater in Moskau in der Choreographie von Marius Petipa uraufgeführt und kehrt seitdem immer wieder auf die Bühnen der ganzen Welt zurück. Im Jahre 1902 wurde es in der Neubearbeitung eines der führenden Choreographen der damaligen Zeit, Alexandr Gorski, aufgeführt; seine Fassung hatte großen Erfolg und wird bis heute gespielt.

Die Staatsoper Prag führt die klassische Version von Marius Petipa und Alexandr Gorski in der Einstudierung des langjährigen Solisten des Nationaltheaters Prag und gegenwärtigen Direktors des Tanzkonservatoriums Prag, Jaroslav Slavický, auf.

Konzert

A. Thomas: Mignon (Konzertante Opernaufführung)

Premiere: 1. April 2012

Der französische, im 19. Jahrhundert wirkende Komponist Charles Louis Ambroise Thomas (1811 – 1896) ist Autor von 20 Opern, von denen Mignon und Hamlet bis heute gespielt werden. Die Popularität seiner vorangegangenen, dem Genre der opéras-comique zuzuordnenden Werke (d. h. mit gesprochenen Dialogen), war zeitbegrenzt, sodass sie sich außerhalb Frankreichs nicht durchgesetzt haben. Thomas musste also auf seinen ersten internationalen Erfolg, den ihm erst Mignon brachte, volle 35 Jahre, bis zu seinem 55. Lebensjahr, warten. Den renommierten Librettisten Jules Barbier und Michel Carré hatte die Geschichte des Mädchens Mignon aus dem Roman von Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meisters Lehrjahre als Vorlage gedient. Die Uraufführung, ein Triumph für den Komponisten, fand am 17. 11. 1866 an der Pariser Opéra Comique statt. Die 22. Reprise hat der Napoleon III. besucht, der von der Oper so angetan war, dass er sie während der Weltausstellung in Paris im Jahre 1867 15 Mal spielen ließ. Die Ausstellung dauerte vom 1. 4. bis zum 31. 10., und bereits am 18. 7. wurde die 100. Vorstellung von Mignon gefeiert.

In Böhmen wurde Mignon im Jahre 1869 am Prager Ständetheater erstaufgeführt. Am Neuen deutschen Theater (der heutigen Staatsoper Prag), wurde sie zum ersten Mal am 5. 5. 1889 gespielt; im selben Monat hat die zu ihrer Zeit hochrenommierte schwedische Sopranistin Sigrid Arnoldson in der Titelrolle gastiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Mignon erst im Jahre 1992 im Repertoire erschienen. Am 1. April des selben Jahres begann die selbständige Existenz der Staatsoper Prag. Mignon, deren Premiere am 23. 5. 1992 stattfand, war das erste unter dem neuen Namen dieses Hauses einstudierte Werk.

Hommage à Richard Wagner I

Premiere: 18. Mai 2012

Galakonzert

Die Opern von Richard Wagner standen im Zentrum des am Neuen deutschen Theater (der heutigen Staatsoper Prag) von dessen erstem Direktor, Angelo Neumann, einem Freund des Komponisten, aufgebauten Repertoires. Während seiner Ära am Neuen deutschen Theater (1888 – 1910) hat Neumann mehr als 600 Wagner-Vorstellungen aufgeführt, er hat regelmäßige Wagner-Zyklen im Frühling und im Herbst veranstaltet und mit den Opern des Bayreuther Meisters auch eine Tournee in Russland unternommen. In der weiteren Geschichte des Neuen deutschen Theaters wurde diese Wagner-Tradition vor allem von dessen Opernchefs Alexander Zemlinsky und Georg Széll weiter gepflegt. Von 1948 bis 1992 wurden an diesem Theater, das als Bestandteil des Nationaltheaters nunmehr den Namen Smetana-Theater führte, Der fliegende Holänder (1959, 1986), Lohengrin (1964), Die Meistersinger von Nürnberg (1978, 1982), Das Rheingold (1975) und Tannhäuser (1955) neu inszeniert. Rienzi wurde im Jahre 1991 aufgeführt, als das Smetana-Theater bereits selbständig war. Die ab dem 1. 4. 1992 unter dem neuen Namen selbständig existierende Staatsoper Prag hat sich dann zum Vermächtnis des Neuen deutschen Theaters bekannt. So war auch eine ihrer ersten Premieren am 10. 4. 1993 dem Tannhäuser gewidmet, am 17. 5. 1997 folgte Lohengrin, am 1. 6. 1998 die konzertante Aufführung von Die Walküre, und nach einer längeren Pause am 29. 5. 2008 Der fliegende Holländer. Im Jahre 2010 ist Wagner, ein wichtiger Opernkomponist während des 50jährigen Bestehens des Neuen deutschen Theaters, in das Haus symbolisch zurückgekehrt, als am 20. 5. (anlässlich der Premiere von Tristan und Isolde unter der musikalischen Leitung des britischen Dirigenten Jan Latham-Koenig) am 1. Balkon eine Wagner-Büste enthüllt wurde. Die Schirmherrschaft über diese Produktion hat die Richard Wagner-Gesellschaft Prag übernommen, die gemeinsam mit der Staatsoper Prag auch die Büste mitfinanziert hat. Dieser Akt war ein Vorspiel des Wagner-Kongresses, der für das Jahr 2012 geplant ist und mit der Matinee Hommage à Richard Wagner II am 20. 5. 2012 abgeschlossen werden wird.

Hommage à Richard Wagner II

Premiere: 20. Mai 2012

Matinee zur festlichen Beendigung des Richard Wagner-Kongresses

Die Opern von Richard Wagner standen im Zentrum des am Neuen deutschen Theater (der heutigen Staatsoper Prag) von dessen erstem Direktor, Angelo Neumann, einem Freund des Komponisten, aufgebauten Repertoires. Während seiner Ära am Neuen deutschen Theater (1888 – 1910) hat Neumann mehr als 600 Wagner-Vorstellungen aufgeführt, er hat regelmäßige Wagner-Zyklen im Frühling und im Herbst veranstaltet und mit den Opern des Bayreuther Meisters auch eine Tournee in Russland unternommen. In der weiteren Geschichte des Neuen deutschen Theaters wurde diese Wagner-Tradition vor allem von dessen Opernchefs Alexander Zemlinsky und Georg Széll weiter gepflegt. Von 1948 bis 1992 wurden an diesem Theater, das als Bestandteil des Nationaltheaters nunmehr den Namen Smetana-Theater führte, Der fliegende Holänder (1959, 1986), Lohengrin (1964), Die Meistersinger von Nürnberg (1978, 1982), Das Rheingold (1975) und Tannhäuser (1955) neu inszeniert. Rienzi wurde im Jahre 1991 aufgeführt, als das Smetana-Theater bereits selbständig war. Die ab dem 1. 4. 1992 unter dem neuen Namen selbständig existierende Staatsoper Prag hat sich dann zum Vermächtnis des Neuen deutschen Theaters bekannt. So war auch eine ihrer ersten Premieren am 10. 4. 1993 dem Tannhäuser gewidmet, am 17. 5. 1997 folgte Lohengrin, am 1. 6. 1998 die konzertante Aufführung von Die Walküre, und nach einer längeren Pause am 29. 5. 2008 Der fliegende Holländer. Im Jahre 2010 ist Wagner, ein wichtiger Opernkomponist während des 50jährigen Bestehens des Neuen deutschen Theaters, in das Haus symbolisch zurückgekehrt, als am 20. 5. (anlässlich der Premiere von Tristan und Isolde unter der musikalischen Leitung des britischen Dirigenten Jan Latham-Koenig) am 1. Balkon eine Wagner-Büste enthüllt wurde. Die Schirmherrschaft über diese Produktion hat die Richard Wagner-Gesellschaft Prag übernommen, die gemeinsam mit der Staatsoper Prag auch die Büste mitfinanziert hat. Dieser Akt war ein Vorspiel des Wagner-Kongresses, der für das Jahr 2012 geplant ist und mit der Matinee Hommage à Richard Wagner II am 20. 5. 2012 abgeschlossen werden wird.

Oper

Ballett

Konzert

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Die Staatsoper Prag - die Theatergeschichte in Bildern und Daten - Deckblatt
Die Staatsoper Prag - die Theater- geschichte in Bildern und Daten
Tomáš Vrbka
Die Staatsoper Prag gibt in der Mitarbeit mit dem Verlag Slovart eine repräsentative Publikation heraus, die sich mit der Geschichte dieser bedeutenden Kulturinstitution seit ihrer Öffnung im Jahre 1888 bis Ende der Saison 2002/2003 beschäftigt. Das Buch mit dem Titel Státní opera Praha – Historie divadla v obrazech a datechDie Staatsoper Prag – die Theatergeschichte in Bildern und Daten konzentriert sich ausschließlich auf das Opergeschehen auf dieser Bühne, obwohl dieses Theater in der Vergangenheit unter verschiedenen Namen auch dem Schauspiel, der Operette und dem Ballett diente. Die Teile, die sich diesen Genres widmen, plant die Staatsoper Prag in den nachfolgenden Jahren herauszugeben.

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