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Premieren

Oper

J. Massenet: Don Quichotte

Premiere: 18. März 2010

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Pantomime an der Akademie der musischen Künste in Prag. Unter Mitwirkung der Akrobaten des Ensembles SACRA CIRCUS Prag.

The protagonists of Jules Massenet’s operas and oratorios are mostly female, as is indeed implied already by the names of his works: Thaïs, Hérodias, La Navarroise, Sappho, Ariane, Thérèse, Grisélidis, Cendrillon, Cléopâtre, Manon, Marie-Magdeleine. Setting an exception to the rule, the hero of Massenet’s last opera is a man, after all. Namely, Don Quixote, in the eponymous opera subtitled “comédie héroïque.” Massenet’s librettist, Henri Cain, drew his material from a French stage adaptation of the Cervantes novel, from the pen of Massenet’s contemporary, Jacques Le Lorrain, entitled Le Chevalier de la longue figure. The role of Don Quixote was made to measure for the legendary Russian bass, Fyodor Shalyapin. The latter triumphed in the opera’s premiere, in Monte Carlo, on February 19, 1910, and it was doubtless thanks to him that the work became widely staged and known. He also guest-appeared at the National Theatre in Prague, on June 1, 1934. The premises of today’s Prague State Opera saw one previous staging of Don Quichotte, a production that ran from 1965–1967 on the stage of the then Smetana Theatre under the baton of Albert Rosen and directed by Luděk Mandaus.

R. Wagner: Tristan und Isolde

Premiere: 20. Mai 2010

“Dangerously fascinating, frighteningly and sweetly infinite,” was how Friedrich Nietzsche characterized the opera, Tristan und Isolde, written by Richard Wagner to his own libretto between 1857 and 1859. He drew inspiration from the epic, Tristan und Isolt, by Gottfried von Strassburg (d. around 1210), who in his turn based it drew on an ancient Celtic legend. The first company to show interest in staging the work was the Court Opera in Vienna. At the end of a string of 70 harrowing rehearsals between 1862 and 1864, though, the work was declared unperformable. Only after the intercession of Wagner’s admirer, Ludwig II of Bavaria, did the premiere take place, at Munich, on June 10, 1865, under the baton of Hans von Bülow. The Prague State Opera building saw four previous productions of Tristan und Isolde, premiered on September 1, 1896, March 31, 1907, March 9, 1912 (by Alexander Zemlinsky), and June 21, 1934. All of these stagings were mounted by the then New German Theatre. This means the anticipated new production will return Tristan und Isolde under this roof after an absence of 76 years!

C. M. Weber, G. Mahler: Die drei Pintos

Premiere: 10. März 2011

Das Leben des Begründers der deutschen romantischen Oper, Carl Maria von Weber, war auch mit den böhmischen Ländern verbunden. In den Jahren 1813 – 1816 war er Kapellmeister am Ständetheater in Prag, er verliebte sich hier in die Schauspielerin und Sängerin Caroline Brandt, die er 1817 in der Prager St. Heinrich-Kirche heiratete, mehrmals weilte er in Karlsbad zu Kur. Böhmen ist auch der Schauplatz seiner bekanntesten Oper, Der Freischütz. Seine letzte Oper, Die drei Pintos nach einem Libretto von Theodor Hell, ist ein Torso geblieben. Die Oper hat im Jahre 1887 auf Wunsch des Enkels des Komponisten, Carl von Weber, Gustav Mahler vollendet, indem er das Fragment mit der Musik anderer Werke Webers ergänzte und eigene, auf Themen Webers basierende Musik dazukomponierte. Die von Mahler dirigierte Uraufführung fand am 20. 1. 1888 in Leipzig statt, acht Monate danach, am 18. 8., hat er die Erstaufführung am Neuen deutschen Theater (heute Staatsoper Prag) geleitet. In der Handlung der Oper wird die im komischen Genre beliebte Verwechslung von Personen (in diesem Fall von drei) verwendet: Zwei junge Männer, Gaston und Gomez, geben sich für einen reichen Gutsbesitzer aus. Sie verhindern desen Werbung um die schöne Donna Clarissa, die in Gomez verliebt ist. Die Oper endet, selbstverständlich, mit einem Happyend.

R. Strauss: Der Rosenkavalier

Premiere: 26. Mai 2011

Die Populärität der Oper von Richard Strauss, Der Rosenkavalier, hat seit der Uraufführung am 26. 1. 1911 in Dresden nicht nachgelassen. Die Uraufführung war eine Sensation, sodass die Eisenbahnen ihre Zugsverbindungen verstärken mussten, um allen Interessenten aus ganz Europa die Reise nach Dresden zu vereinfachen. Nach den Tragödien Salome und Elektra hatte sich Strauss entschlossen, eine Komödie, eine moderne Version von Figaros Hochzeit, zu schreiben (er selbst hat seinen Rosenkavalier „eine Mozart-Oper“ genannt). Der Librettist war Hugo von Hofmannsthal, dessen Verbindung mit Strauss oft mit dem Paar Mozart – Da Ponte verglichen wird. Die Handlung ist eine Geschichte von Verwechslungen. Die Hauptpersonen sind die Marschallin, ihr junger Geliebter Octavian, der Baron Ochs und dessen künftige Braut Sofie. Die zahlreichen Walzerelemente der Musik bilden einen Kontrast zum theresianischen Wien, in der die Handlung spielt; die „Rokoko-Atmosphäre“ wirkt daher absichtlich anachronistisch. In dieser großen Walzer-Phantasie klingt in der Partie der sich nach ihrer Jugend zurücksehenden Marschallin auch Melancholie auf, die das Ende einer (nicht nur musikalischen) Epoche signalisiert. Richard Strauss hat am Neuen deutschen Theater (heute Staatsoper Prag) zu den meistgespielten Komponisten gehört. Der Rosenkavalier wurde hier zum ersten Mal am 7. 6. 1914 gespielt und bis heute sechsmal inszeniert, davon dreimal unter der musikalischen Leitung von Alexander Zemlinsky. Strauss hat hier diese seine Oper am 18. 6. 1922 persönlich dirigiert. In der folgenden Geschichte unseres Opernhauses, in der Ära des Smetana-Theaters, hat den Rosenkavalier musikalisch Rudolf Vašata einstudiert, die Regie führte Karel Jernek; vom 31. 1. 1964 bis zum 19. 3. 1968 fanden 53 Reprisen statt.

Ballett

P. I. Tschaikowsky: Dornröschen – die letzte Zarentochter

Premiere: 23. Januar 2010

One of the most successful European choreographers of our time, Yuri Vámos, has won acclaim for his highly individual adaptations of such ballet classics as The Nutcracker, Romeo and Juliet, or Spartacus. In his version of The Sleeping Beauty, he transformed, in close collaboration with the stage artist Michael Scott, the traditional fairy-tale subject into a spectacular ballet drama dealing with the happy life and tragic end of the Russian imperial family. In the ballet’s scenes set at the court, he evokes the figure of Anna Anderson, who spent her whole life in the belief of being the Tsar’s daughter. In Anna Anderson-Anastasia’s recollections, aristocratic scenes in the imperial palace metamorphose into images of an innocent childhood spent amid splendour, as well as into a reminiscence of the classical Russian ballet with all its virtuoso attributes. The production promises a very special experience to look forward to by all lovers of strong story-telling, as well as by aficionados of top-class mastery of the art of ballet.

A.. C. Adam: Giselle

Premiere: 7. April 2011

Giselle, das höchst erfolgreiche romantische Ballett in zwei Akten nach einem Sujet von Heinrich Heine, beruht auf dem Kontrast zwischen dem menschlichen und dem außerirdischen Leben. Die Geschichte von einem schönen Bauernmädchen, das in Verzweiflung über seine unglückliche Liebe stirbt und dessen Seele sich in eine Fee verwandelt, wird von einer melodischen Musik Adolph Charles Adams begleitet. Die Uraufführung an der Pariser Opéra im Jahre 1841 hatte großen Erfolg und Giselle gehört als eines der wenigen Ballettwerke seiner Zeit bis heute zum Stammrepertoire. Das Ballett der Staatsoper Prag wird Giselle in der weltbekannten traditionellen Fassung aufführen, in der weltberühmte Primaballerinen und premier danseurs brilliert haben und auch heute die Tänzer ihre Leistungen unter Beweis stellen können.

Konzert

Bohuslav Martinů Gala

Premiere: 1. Oktober 2009

Das Festkonzert anlässlich des 50. Todestages von Bohuslav Martinů (Polička, 8. 12. 1890 – Liestal, Schweiz, 28. 8. 1959)  vermittelt einen Querschnitt durch das in 43 Jahren (1915 – 1958) entstandene Schaffen des Komponisten. Zugleich wird an die Verbindung der heutigen Staatsoper Prag mit der Geschichte ihres Gebäudes erinnert.

Kudykam

Premiere: 22. Oktober 2009

Ein Gedicht mit 1600 Versen, das auf der Bühne der Staatsoper Prag als Theaterstück mit Musik von Petr Hapka unter dem Titel Wiewohin zur Aufführung kommt, wird teilweise gesungen und teilweise gesprochen: Man kann es „Das Theater   ein Gedicht“ nennen.

Die Handlung vollzieht die innere Entwicklung des Haupthelden (Martin) nach, dem wir am Beginn in seinem Zimmer in der „Pension Welt“ begegnen. Soll er mit dem, was für ihn „sicher“ ist, zufrieden sein, oder  in die Unsicherheit hinausgehen und sich der Anziehungskraft der Chancen und Bedrohungen aussetzen, die er mit Recht hinter der Tür seines Zimmers vermutet? Soll er seinem Onkel folgen, der diesen Weg angeblich vor Jahren angetreten hat und aus dem fünften Untergeschoss unendlich hoch   vielleich sogar im Erdgeschoss    gelandet ist? Und wenn er schon den Mut dazu findet, wird er wissen, wie er wohin kommen wird?

Sobald hat sich Martin diese Frage gestellt hat, erscheint sein Wunsch in der Gestalt des Wiewohin, der sich ihm als Begleiter zur Verfügung stellt. Er verspricht Martin, ihm zwar Vorschläge zu geben, doch die konkrete Wahl werde er seinem Schützling überlassen. Martin ist einverstanden und so wird er Schüler dieses bizarren Meisters. Er wird viele Hindernisse auf seinem Weg überwinden, den größten Kampf jedoch mit sich selbst austragen müssen.

Die musikalische Einstudierung leitet der Komponist Petr Hapka, die Instrumentierung und szenische Gestaltung der Musik stammt von Ondřej Brzobohatý. Einige der neunzehn Lieder   wie schon das erste, V pensionu svět (In der Pension Welt),   sind aus früheren Zeiten der Zusammenarbeit von Michal Horáček mit Petr Hapka entstanden. Viele jedoch sind neu, unter ihnen vor allem Hladiny (Die Wasserspiegel), Tante cose da veder (So viele Dinge sind zu sehen), beide von Wiewohin gesungen, und Havrani na sněhu (Raben im Schnee), gesungen von Martin.

Eine Hommage an Angelo Neumann (1838–1910)

Premiere: 16. Dezember 2010

Festkonzert

Angelo Neumann, der aus Wien stammende erfolgreiche Bariton und herausragende Theaterdirektor, hat 22 Jahre hindurch, ab der Theatereröffnung mit Wagners Die Meistersinger von Nürnberg am 5. 1. 1888 bis zu seinem Tod im Jahre 1910, die Geschichte des Neuen deutschen Theaters Prag wesentlich bestimmt.

Er kam an das Neue deutsche Theater, nachdem er bereits drei Jahre Direktor des Königlichen deutschen Landestheaters (wie damals das Nostitztheater am Obstmarkt hieß) gewesen war. Den Schwerpunkt seines Repertoires bildeten die Werke von Richard Wagner und Richard Strauss, und Strauss hat an diesem Theater selbst mehrmals seine eigenen Opern – Guntram, Salome, Elektra und Der Rosenkavalier – dirigiert. Neumann hat jedoch auch die italienische romantische Oper nicht vernachlässigt, seine besondere Aufmerksamkeit galt dabei den Komponisten des Verismo, vor allem Puccini und Mascagni, und auch Mascagni hat am Neuen deutschen Theater seine Cavalleria rusticana mehrmals dirigiert. Auch neue Opernwerke hat Neumann immer gesucht, sodass dank ihm Prag mehrmals der Ort von Uraufführungen und böhmischen oder Prager Erstaufführungen wurde. Dank seiner modernen Dramaturgie, des hervorragenden Ensembles und dessen hohen Niveaus gehörte das Neue deutsche Theater unter Neumanns Leitung zu den hervorragenden Bühnen Europas. Sein Tod am 20. 12. 1910 war ein großer Verlust für das ganze Prager Theaterleben.

Oper

Ballett

Konzert

Übersehen Sie nicht
Die Staatsoper Prag - die Theatergeschichte in Bildern und Daten - Deckblatt
Die Staatsoper Prag - die Theater- geschichte in Bildern und Daten
Tomáš Vrbka
Die Staatsoper Prag gibt in der Mitarbeit mit dem Verlag Slovart eine repräsentative Publikation heraus, die sich mit der Geschichte dieser bedeutenden Kulturinstitution seit ihrer Öffnung im Jahre 1888 bis Ende der Saison 2002/2003 beschäftigt. Das Buch mit dem Titel Státní opera Praha – Historie divadla v obrazech a datechDie Staatsoper Prag – die Theatergeschichte in Bildern und Daten konzentriert sich ausschließlich auf das Opergeschehen auf dieser Bühne, obwohl dieses Theater in der Vergangenheit unter verschiedenen Namen auch dem Schauspiel, der Operette und dem Ballett diente. Die Teile, die sich diesen Genres widmen, plant die Staatsoper Prag in den nachfolgenden Jahren herauszugeben.

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