Premieren
Oper
C. M. Weber, G. Mahler: Die drei Pintos
Das Leben des Begründers der deutschen romantischen Oper, Carl Maria von Weber, war auch mit den böhmischen Ländern verbunden. In den Jahren 1813 – 1816 war er Kapellmeister am Ständetheater in Prag, er verliebte sich hier in die Schauspielerin und Sängerin Caroline Brandt, die er 1817 in der Prager St. Heinrich-Kirche heiratete, mehrmals weilte er in Karlsbad zu Kur. Böhmen ist auch der Schauplatz seiner bekanntesten Oper, Der Freischütz. Seine letzte Oper, Die drei Pintos nach einem Libretto von Theodor Hell, ist ein Torso geblieben. Die Oper hat im Jahre 1887 auf Wunsch des Enkels des Komponisten, Carl von Weber, Gustav Mahler vollendet, indem er das Fragment mit der Musik anderer Werke Webers ergänzte und eigene, auf Themen Webers basierende Musik dazukomponierte. Die von Mahler dirigierte Uraufführung fand am 20. 1. 1888 in Leipzig statt, acht Monate danach, am 18. 8., hat er die Erstaufführung am Neuen deutschen Theater (heute Staatsoper Prag) geleitet. In der Handlung der Oper wird die im komischen Genre beliebte Verwechslung von Personen (in diesem Fall von drei) verwendet: Zwei junge Männer, Gaston und Gomez, geben sich für einen reichen Gutsbesitzer aus. Sie verhindern desen Werbung um die schöne Donna Clarissa, die in Gomez verliebt ist. Die Oper endet, selbstverständlich, mit einem Happyend.
R. Strauss: Der Rosenkavalier
Die Populärität der Oper von Richard Strauss, Der Rosenkavalier, hat seit der Uraufführung am 26. 1. 1911 in Dresden nicht nachgelassen. Die Uraufführung war eine Sensation, sodass die Eisenbahnen ihre Zugsverbindungen verstärken mussten, um allen Interessenten aus ganz Europa die Reise nach Dresden zu vereinfachen. Nach den Tragödien Salome und Elektra hatte sich Strauss entschlossen, eine Komödie, eine moderne Version von Figaros Hochzeit, zu schreiben (er selbst hat seinen Rosenkavalier „eine Mozart-Oper“ genannt). Der Librettist war Hugo von Hofmannsthal, dessen Verbindung mit Strauss oft mit dem Paar Mozart – Da Ponte verglichen wird. Die Handlung ist eine Geschichte von Verwechslungen. Die Hauptpersonen sind die Marschallin, ihr junger Geliebter Octavian, der Baron Ochs und dessen künftige Braut Sofie. Die zahlreichen Walzerelemente der Musik bilden einen Kontrast zum theresianischen Wien, in der die Handlung spielt; die „Rokoko-Atmosphäre“ wirkt daher absichtlich anachronistisch. In dieser großen Walzer-Phantasie klingt in der Partie der sich nach ihrer Jugend zurücksehenden Marschallin auch Melancholie auf, die das Ende einer (nicht nur musikalischen) Epoche signalisiert. Richard Strauss hat am Neuen deutschen Theater (heute Staatsoper Prag) zu den meistgespielten Komponisten gehört. Der Rosenkavalier wurde hier zum ersten Mal am 7. 6. 1914 gespielt und bis heute sechsmal inszeniert, davon dreimal unter der musikalischen Leitung von Alexander Zemlinsky. Strauss hat hier diese seine Oper am 18. 6. 1922 persönlich dirigiert. In der folgenden Geschichte unseres Opernhauses, in der Ära des Smetana-Theaters, hat den Rosenkavalier musikalisch Rudolf Vašata einstudiert, die Regie führte Karel Jernek; vom 31. 1. 1964 bis zum 19. 3. 1968 fanden 53 Reprisen statt.
Ballett
A.. C. Adam: Giselle
Giselle, das höchst erfolgreiche romantische Ballett in zwei Akten nach einem Sujet von Heinrich Heine, beruht auf dem Kontrast zwischen dem menschlichen und dem außerirdischen Leben. Die Geschichte von einem schönen Bauernmädchen, das in Verzweiflung über seine unglückliche Liebe stirbt und dessen Seele sich in eine Fee verwandelt, wird von einer melodischen Musik Adolph Charles Adams begleitet. Die Uraufführung an der Pariser Opéra im Jahre 1841 hatte großen Erfolg und Giselle gehört als eines der wenigen Ballettwerke seiner Zeit bis heute zum Stammrepertoire. Das Ballett der Staatsoper Prag wird Giselle in der weltbekannten traditionellen Fassung aufführen, in der weltberühmte Primaballerinen und premier danseurs brilliert haben und auch heute die Tänzer ihre Leistungen unter Beweis stellen können.
Konzert
Eine Hommage an Angelo Neumann (1838–1910)
Festkonzert
Angelo Neumann, der aus Wien stammende erfolgreiche Bariton und herausragende Theaterdirektor, hat 22 Jahre hindurch, ab der Theatereröffnung mit Wagners Die Meistersinger von Nürnberg am 5. 1. 1888 bis zu seinem Tod im Jahre 1910, die Geschichte des Neuen deutschen Theaters Prag wesentlich bestimmt.
Er kam an das Neue deutsche Theater, nachdem er bereits drei Jahre Direktor des Königlichen deutschen Landestheaters (wie damals das Nostitztheater am Obstmarkt hieß) gewesen war. Den Schwerpunkt seines Repertoires bildeten die Werke von Richard Wagner und Richard Strauss, und Strauss hat an diesem Theater selbst mehrmals seine eigenen Opern – Guntram, Salome, Elektra und Der Rosenkavalier – dirigiert. Neumann hat jedoch auch die italienische romantische Oper nicht vernachlässigt, seine besondere Aufmerksamkeit galt dabei den Komponisten des Verismo, vor allem Puccini und Mascagni, und auch Mascagni hat am Neuen deutschen Theater seine Cavalleria rusticana mehrmals dirigiert. Auch neue Opernwerke hat Neumann immer gesucht, sodass dank ihm Prag mehrmals der Ort von Uraufführungen und böhmischen oder Prager Erstaufführungen wurde. Dank seiner modernen Dramaturgie, des hervorragenden Ensembles und dessen hohen Niveaus gehörte das Neue deutsche Theater unter Neumanns Leitung zu den hervorragenden Bühnen Europas. Sein Tod am 20. 12. 1910 war ein großer Verlust für das ganze Prager Theaterleben.
Oper
- Die drei Pintos 10. März 2011
- Der Rosenkavalier 26. Mai 2011
Ballett
- Giselle 7. April 2011
Konzert
- Eine Hommage an Angelo Neumann (1838–1910) 16. Dezember 2010
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3. 09. 2010 um 19:00
G. Verdi: La traviata
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4. 09. 2010 um 19:00
G. Bizet: Carmen
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5. 09. 2010 um 14:00
P. I. Tschaikowsky: Schwanensee
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